Die Notwendigkeit von Visionen in Partnerschaften

Am Anfang steht die Begegnung, in der sich zwei Verliebte finden. Das, was sie zusammen führt, ist einerseits die gegenseitig empfundene attraktive Ausstrahlung, andererseits das gemeinsame Potenzial, das der Verbindung innewohnt. Das erste ist im Hier und Jetzt enthalten, das zweite in die Zukunft gerichtet. Ich möchte es im Folgenden noch genauer ausführen.

Im Moment der Begegnung spielen die Sinneseindrücke eine wesentliche Rolle: das Erblicken, das Riechen, das Schmecken, das Hören, aber auch das Tasten und Spüren. Gewaltige Ab- und Vergleichsprozesse im neuronalen Bereich, die z. T. wohl auch unterhalb der bewussten Wahrnehmungsschwelle liegen, laufen hier in Sekundenschnelle ab. Im positiven Fall resultiert daraus ein Gefühl des Zusammenpassens, des Zusammengehörens, des Zusammensein-wollens. Es handelt sich dabei aber um etwas Statisches den Augenblick betreffend, an das man sich zwar später erinnern kann, das aber selbst keine bleibenden Kräfte entfaltet.

Das Zusammenbleiben und Zusammen-wachsen (sofern man das möchte, etwa weil beide in der Beziehung ein langfristiges Wachstumspotenzial erkennen) wiederum ist eine Sache der Dynamik. Dafür braucht es eine Vision. Sie erst erzeugt die Zugkraft, zusammen voranzuschreiten — und dabei, gerade auch in schwierigeren Zeiten, nicht allzuweit vom Kurs abzukommen. Gibt es keine gemeinsame Vision bzw. nur eine widersprüchliche oder nur eine gemeinsame mit zu kleiner Schnittmenge – das ist dann der Fall, wenn sich z. B. jeder für sich nur ein Bild von der Zukunft macht (ob bewusst konstruiert oder unbewusst aus Projektionen respektive unklaren Sehnsüchten resultierend, ist dabei zweitrangig) und dieses nicht oder nur oberflächlich mit dem Partner abstimmt – kommt es im Lebensalltag zwangsläufig zu Spannungen, das Beziehungskonstrukt zerfällt oder wird sich ins Amorphe (Gestaltlose) verlieren: Man bewegt sich auseinander, trennt sich schließlich irgendwann …

Eine Vision kann somit wie eine Art Schablone betrachtet werden, in die sich die Beziehung hineinbewegen kann. Schritt für Schritt in kleinen Etappen (Teilzielen), die Vision im Hinterkopf. Sie darf jedoch nicht als Zwang oder Erwartung verstanden werden; vielmehr ist sie ein Idealbild (mein Freund, der Bewusstseinsforscher Oleg Lohnes, spricht hier von idealer Realität), eine Vorstellung, ein Wunsch. Die Begrenzungen der “Schablone” dürfen nicht zu starr sein (sonst würde es wie ein Gefängnis oder zumindest beengend erlebt werden), sie sollten beweglich bleiben und den gemachten Erfahrungen im Verlaufe des Beziehungslebens Rechnung tragen können (= regelmäßige Anpassung der Vision). Die Inhalte in der “Schablone” wirken also auf die Umhüllung zurück und “verformen” diese sinnstiftend. Man könnte bei dieser Wechselwirkung auch von “Fluiden Strukturen” sprechen, eine lediglich auf den ersten Blick paradox anmutende Formulierung.

Kurzum: Eine Vision erhält und stabilisiert die anfänglich vorhandenen elektromagnetischen Bindekräfte zwischen den Partnern und bietet zugleich eine Führungschiene, ein “Geländer”, an dem man sich bei Bedarf auch mal festhalten kann. Es vermittelt damit die nötige Sicherheit, die der Aufbau eines Beziehungsfundaments erfordert. Eine Beziehungsvision entfaltet dann ihre ganze Kraft, wenn sie die Vorstellungen beider Partner möglichst deckungsgleich sind und die eigenen, ganz persönlichen Lebensvisionen darauf abgestimmt sind.




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Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 16. Juli 2009 um 12:01 erstellt und in der Kategorie Bewusstseinsforschung und Liebe, Eigene Forschungen, Erkenntnisse, Physik und Liebe abgelegt. Kommentare auf diesen Artikel können mit dem RSS 2.0-Feed verfolgt werden. Es besteht die Möglichkeit, auf diesen Artikel zu antworten oder einen Trackback von der eigenen Seite zu senden.

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